Dresden
zwischen Bier, Aussicht und Achterbahn-Essen
Dresden stand schon länger auf unserer Liste – und am Ende wurde daraus eine abwechslungsreiche Reise mit sehr gutem Essen, überraschend günstigen Preisen, einigen besonderen Restaurants und leider auch einer kulinarischen Achterbahnfahrt, die ziemlich schnell im Bahnhof endete.
Wir waren zu viert unterwegs und haben Dresden nicht nur besichtigt, sondern uns mit großer Gewissenhaftigkeit durch Restaurants, Brauhäuser und Bars gearbeitet. Einer musste diese schwere Aufgabe schließlich übernehmen. 😉
Unser Hotel: außen Katastrophe, innen überraschend gut
Übernachtet haben wir im ibis Styles Dresden Neustadt. Als wir das Hotel von außen sahen, wollten wir ehrlich gesagt schon weiterfahren. Der erste Eindruck war eine absolute Katastrophe – Schönheitspreise gewinnt das Gebäude vermutlich nur, wenn alle anderen Teilnehmer vorher absagen.
Zum Glück sind wir trotzdem hineingegangen. Die Betten waren sehr bequem, die Dusche gut und auch vom Geräuschpegel der Nachbarzimmer bekamen wir kaum etwas mit. Das Frühstück war vollkommen in Ordnung und bot alles, was man für einen vernünftigen Start in den Tag braucht.
Gebucht hatten wir über Kurz-mal-weg:
- zwei Doppelzimmer für jeweils zwei Personen
- drei Übernachtungen
- Frühstück inklusive
- Gesamtpreis: 534 Euro
Das sind gerade einmal 44,50 Euro pro Person und Nacht inklusive Frühstück. Bei manchen Hotels bekommt man für diesen Preis gefühlt nur das Frühstück und darf anschließend wieder gehen. Von außen ein Schreck, beim Preis-Leistungs-Verhältnis aber ein echter Glücksgriff.
Sophienkeller – Dresden kann auch richtig gemütlich
Am Sonntagmittag landeten wir ohne Reservierung im Sophienkeller und hatten großes Glück, noch einen Tisch zu bekommen. Gegen 14 Uhr wurde es nach dem Theater plötzlich richtig voll.
Das historische Ambiente gefiel uns sehr gut und auch die Bedienung war freundlich und aufmerksam. Für vier Hauptgerichte und vier große Bier zahlten wir 130,40 Euro, also 32,60 Euro pro Person.
- Ambiente: 34 von 40 Punkten
- Küche: 31 von 40 Punkten
- Service: 29 von 40 Punkten
- Preis-Leistung: 28 von 40 Punkten
- Gesamt: 122 von 160 Punkten – 7,6 von 10
Ein schöner Einstieg in unsere Reise: gute Küche, besonderer Rahmen und für die Lage ein fairer Preis.
Bistro im Hilton – Fußball mit Hotelküche
Während der Fußball-Weltmeisterschaft schauten wir ein Spiel in der Bistro & Bar Ecke Frauenkirche im Hilton Dresden.
Das Restaurant war modern und ordentlich, wirkte aber wie viele heutige Hotelrestaurants etwas austauschbar. Essen, Service und Preise waren in Ordnung, der große Überraschungsangriff blieb allerdings aus.
- Ambiente: 26 von 40 Punkten
- Küche: 25 von 40 Punkten
- Service: 27 von 40 Punkten
- Preis-Leistung: 28 von 40 Punkten
- Gesamt: 106 von 160 Punkten – 6,6 von 10
Zum Fußballschauen vollkommen okay – nur wegen des Essens würden wir aber nicht wiederkommen.
Newtown Bar – unsere Überraschung der Reise
Direkt gegenüber von unserem Hotel entdeckten wir die Newtown Bar. Aus einem spontanen Besuch wurde ziemlich schnell unser festes Abendprogramm: Wir waren tatsächlich jeden Abend dort.
Die Cocktails waren richtig gut gemixt und für eine Bar überraschend günstig. Dresden empfanden wir ohnehin als preiswert, aber die Newtown Bar setzte beim Preis-Leistungs-Verhältnis noch einen drauf.
- Ambiente: 28 von 40 Punkten
- Cocktails: 36 von 40 Punkten
- Preis-Leistung: 36 von 40 Punkten
- Gesamt: 100 von 120 Punkten – 8,3 von 10
Wenn man während einer Reise jeden Abend freiwillig in derselben Bar landet, braucht es eigentlich kein längeres Fazit. 🍹
Luisenhof – mit dem „Hip-Hop-Bus“ zur Aussicht
Am nächsten Tag machten wir eine Stadtrundfahrt mit dem Hop-on-Hop-off-Bus – oder, wie man ihn nach ein paar Stationen auch nennen kann: Hip-Hop-Bus. Wir stiegen am Blauen Wunder aus und fuhren mit der historischen Standseilbahn hinauf zum Weißen Hirsch.
Im Luisenhof bestellten wir vier verschiedene Dessertvariationen und vier Kaffee. Das Haus ist schick, die Aussicht über Dresden beeindruckend und der Service war hervorragend.
- Ambiente: 28 von 40 Punkten
- Küche: 27 von 40 Punkten
- Service: 36 von 40 Punkten
- Preis-Leistung: 28 von 40 Punkten
- Gesamt: 119 von 160 Punkten – 7,4 von 10
Die Fahrt mit der Standseilbahn und der Ausblick gehören für uns bei einem Dresden-Besuch unbedingt dazu.
Shamrock Irish Pub – ein Bier geht immer
Im Shamrock Irish Pub konzentrierten wir uns ganz auf das Wesentliche und tranken nur Bier. Je nach Sorte kostete es zwischen 5,95 und 6,95 Euro.
Das Pub-Ambiente war urig und gemütlich. Der Service hätte etwas aufmerksamer sein können, insgesamt war der Besuch aber vollkommen in Ordnung.
- Ambiente: 30 von 40 Punkten
- Service: 26 von 40 Punkten
- Preis-Leistung: 28 von 40 Punkten
- Gesamt: 84 von 120 Punkten – 7,0 von 10
Eine gute Adresse für ein Bier in der Altstadt, aber unsere Newtown Bar konnte das Shamrock nicht vom Dresdner Abendthron stoßen.
Brauhaus Watzke – Studienreise durchs Bierglas
Im Ball- und Brauhaus Watzke bestellten wir vier Bier-Tastings und drei Bierbrezeln. So konnten wir mehrere Sorten probieren, ohne direkt jedes Bier in Originalgröße bestellen zu müssen. Man muss schließlich verantwortungsbewusst forschen.
- Ambiente: 25 von 40 Punkten
- Service: 29 von 40 Punkten
- Preis-Leistung: 28 von 40 Punkten
- Gesamt: 82 von 120 Punkten – 6,8 von 10
Eine nette Station für eine Bierprobe. Das Ambiente blieb etwas hinter unseren Erwartungen zurück, Service und Preise waren jedoch ordentlich.
Schwerelos Achterbahnrestaurant – viel Technik, wenig Begeisterung
Auf das Schwerelos Achterbahnrestaurant waren wir besonders gespannt. Bestellt wird am Tablet und die Speisen fahren anschließend in verschlossenen Töpfen über ein Schienensystem zum Tisch.
Die Idee ist interessant, aber unser Besuch war leider eine absolute Enttäuschung. Wenn man durch Technik auf einen großen Teil des Personals verzichten kann, muss der verbleibende persönliche Service umso besser sein. Unser Servicemitarbeiter hielt sich allerdings offenbar selbst für Superman – guten Service hätten wir an diesem Abend lieber gehabt.
Das Essen kam zwar spektakulär angefahren, war anschließend aber ziemlich lieblos angerichtet. Auch den zusätzlichen Aufpreis für einen Looping-Tisch fanden wir fragwürdig, da man den Looping von vielen anderen Plätzen ebenfalls sehen kann. Und durch den besseren Blick auf die Schienen wird das Essen nun einmal nicht besser.
- Ambiente: 25 von 40 Punkten
- Küche: 20 von 40 Punkten
- Service: 20 von 40 Punkten
- Preis-Leistung: 20 von 40 Punkten
- Gesamt: 85 von 160 Punkten – 5,3 von 10
Einmal kann man sich das Konzept anschauen. Ein zweites Mal müssten wir dort aber nicht mehr einsteigen.
Brauhaus am Waldschlösschen – ein gelungener Mittag
Mittags besuchten wir das Brauhaus am Waldschlösschen. Wir bestellten drei Hauptgerichte, eine Suppe und sieben Bier. Die Küche war gut und bodenständig, der Service freundlich und die Rechnung angenehm überschaubar.
Für alles zusammen zahlten wir 97,25 Euro, also rund 32,42 Euro pro Person.
- Ambiente: 30 von 40 Punkten
- Küche: 29 von 40 Punkten
- Service: 29 von 40 Punkten
- Preis-Leistung: 28 von 40 Punkten
- Gesamt: 116 von 160 Punkten – 7,3 von 10
Keine kulinarische Sensation, aber ein gutes, ehrliches Brauhaus. Und mit sieben Bier zu drei Hauptgerichten haben wir das Brauhauskonzept wirklich ernst genommen.
Kuppelterrasse Yenidze – hier hätten wir gerne mehr getrunken
Auf der Kuppelterrasse der Yenidze saßen wir draußen und genossen bei einem Bier den tollen Blick über Dresden.
Die besondere Lage und die Aussicht gefielen uns sehr gut. Der Service war freundlich, hätte aber durchaus etwas aufmerksamer sein dürfen. Wir hätten nämlich gerne noch das eine oder andere Bier bestellt – man hätte uns nur fragen müssen.
- Ambiente: 28 von 40 Punkten
- Service: 28 von 40 Punkten
- Preis-Leistung: 28 von 40 Punkten
- Gesamt: 84 von 120 Punkten – 7,0 von 10
Eine schöne Station bei gutem Wetter. Mit etwas mehr Aufmerksamkeit wären wir vermutlich länger geblieben und hätten auch für mehr Umsatz gesorgt.
Sankt Pauli – aus Versehen den besten Treffer gelandet
Eigentlich hatten wir an diesem Abend in einem anderen Restaurant reserviert. Dummerweise war es trotz Reservierung geschlossen. So landeten wir eher zufällig im Sankt Pauli im Dresdner Hechtviertel.
Das angesagte Restaurant befindet sich in einer ehemaligen Fleischerei und bietet eine kleine, spannende Karte. Wir hatten großes Glück, überhaupt noch einen Tisch zu bekommen.
Die vier Hauptgerichte waren richtig gut, der Service locker und aufmerksam. Dazu bestellten wir ein Dessert und insgesamt acht Bier. Die Rechnung betrug 136,30 Euro, also gerade einmal 34,08 Euro pro Person.
- Ambiente: 27 von 40 Punkten
- Küche: 35 von 40 Punkten
- Service: 35 von 40 Punkten
- Preis-Leistung: 36 von 40 Punkten
- Gesamt: 133 von 160 Punkten – 8,3 von 10
Das Sankt Pauli war kulinarisch unser klarer Sieger. Manchmal muss eine Reservierung erst schiefgehen, damit man im richtigen Restaurant landet.
Ausflug in die Sächsische Schweiz – ein absolutes Muss
Von Dresden aus fuhren wir mit dem Auto in die Sächsische Schweiz. Dieser Ausflug gehört für uns unbedingt zu einer Dresden-Reise dazu. Die Felslandschaft, die Ausblicke und die gesamte Umgebung sind beeindruckend und noch einmal ein kompletter Kontrast zur Stadt.
Wir hatten außerdem großes Glück: Touristisch war überraschend wenig los. Gerade rund um die bekannten Aussichtspunkte und die Bastei kann es normalerweise deutlich voller werden. Die Bastei, die Basteibrücke und die umliegenden Wanderrouten lassen sich sehr gut zu einem Tagesausflug verbinden. Tourismusverband Sächsische Schweiz
Unser Rat: Zeit einplanen, festes Schuhwerk mitnehmen und nicht nur schnell für ein Foto aus dem Auto springen. Die Sächsische Schweiz ist kein kleiner Programmpunkt für zwischendurch, sondern eines der absoluten Highlights der Region.
Unser Dresden-Ranking
Restaurants mit vollständiger Bewertung
| Platz | Restaurant | Punkte |
|---|---|---|
| 1 | Sankt Pauli | 8,3 von 10 |
| 2 | Sophienkeller | 7,6 von 10 |
| 3 | Luisenhof | 7,4 von 10 |
| 4 | Waldschlösschen | 7,3 von 10 |
| 5 | Bistro im Hilton | 6,6 von 10 |
| 6 | Schwerelos Achterbahnrestaurant | 5,3 von 10 |
Bars, Brauhäuser und Getränkestopps
| Platz | Bar/Brauhaus | Punkte |
|---|---|---|
| 1 | Newtown Bar | 8,3 von 10 |
| 2 | Shamrock Irish Pub | 7,0 von 10 |
| 2 | Kuppelterrasse Yenidze | 7,0 von 10 |
| 4 | Ball- und Brauhaus Watzke | 6,8 von 10 |
Unser Fazit
Dresden ist für uns ganz klar eine Reise wert. Besonders überrascht haben uns die Preise: Ob Hotel, Restaurant, Bier oder Cocktail – fast überall war das Preis-Leistungs-Verhältnis wirklich in Ordnung. Das erlebt man in einer touristisch so interessanten Stadt inzwischen nicht mehr selbstverständlich.
Die Stadt selbst ist eine spannende Mischung. Die Dresdner Neustadt erinnerte uns mit ihren Bars, kleinen Restaurants und kreativen Ecken an ein Hamburger Szeneviertel. Rund um die Frauenkirche, den Zwinger und die Semperoper trifft man dagegen auf prächtige Architektur, die teilweise fast ein wenig an München erinnert. Dazu kommen die Elbe, schöne Aussichtspunkte und die Sächsische Schweiz direkt vor der Haustür.
Kulinarisch war das Sankt Pauli unser klarer Sieger. Die Newtown Bar wurde zur größten positiven Überraschung – schließlich landeten wir dort jeden Abend. Nur das Schwerelos Achterbahnrestaurant hätten wir uns sparen können. Die Töpfe fahren dort zwar spektakulär durch die Gegend, geschmacklich kam bei uns aber leider nichts richtig ins Rollen.
Auch unser ibis-Styles-Hotel war eine Überraschung: außen ein kleiner Schock, innen ruhig, sauber und für den Preis wirklich gut. Man sollte eben nicht nur nach der Fassade urteilen – das gilt offenbar für Hotels genauso wie für Menschen.
Unterm Strich verbindet Dresden Geschichte, beeindruckende Architektur, lebendige Szeneviertel, gute Gastronomie und erstaunlich faire Preise. Wir würden jederzeit wiederkommen – und vermutlich schon am ersten Abend wieder in der Newtown Bar sitzen. 🍺🍹
